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20.10.2018

Osnabrück. „Osnabrück klingt gut“ war das Motto des diesjährigen Förderschwerpunktes der Bürgerstiftung Osnabrück. Bei der Prämierungsveranstaltung zeichnete die Stiftung zwölf Projekte aus, die sich nachhaltig für ein musikalisches Osnabrück einsetzen.

Bewerben konnten sich dieses Jahr alle Musikgruppen, Initiativen, Arbeitsgemeinschaften und Bands, die gemeinsam musizieren und Osnabrück nachhaltig und mit besonderer Originalität zum „Klingen“ bringen. Osnabrück klinge nicht nur gut, sondern sei auch vielfältig, sagte Ulrike Burghardt bei der Eröffnung der Prämierungsveranstaltung in der Aula des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums. Denn die Musik sei etwas Kommunikatives und Soziales. Mit dem aktuellen Förderschwerpunkt ehrte die Bürgerstiftung ebendiese und die Menschen dahinter. Zwölf Projekte wurden mit Fördergeldern zwischen 500 und 1450 Euro prämiert. Die Stiftung vergab 15.000 Euro, die helfen sollen, künftige Ideen umzusetzen.

Jurymitglieder

Die Jurymitglieder Toscho Todorovic, Urgestein der Osnabrücker Blues-Musik, Konzertdramaturgin Dorit Schleissing und Ulrike Burghardt, Vorsitzende der Bürgerstiftung, gaben die Preisträger bekannt.

Einige prämierte Projekte befassen sich mit dem musikalischen Austausch verschiedener Kulturen, darunter das Ikatar Ensemble, das sich mit Trommeln, brasilianischem Gesang und dem Hang - ein Instrument, dass mit zwei Metall Halbkugeln beinahe Ufo förmig aussieht und durch Trommelbewegungen der Finger und Hände künstlerische Klänge erzeugt - nach der Preisverleihung mit einigen Songs präsentierte. „So etwas hört man ja wirklich nicht alle Tage“, raunte es durch die Zuschauerreihen. Diese Mischung aus verschiedenen Musikstilen aus der ganzen Welt wird gemeinhin als Weltmusik bezeichnet, für die das Ensemble eine Förderung bekam. Unter der Leitung der Osnabrücker Sängerin Tabea Mangelsdorf kommt jedes Jahr eine neue Besetzung zusammen, die gemeinsam die verschiedenen Kulturen in der Musik ausdrücken. Die aktuelle Besetzung besteht überwiegend aus Brasilianern. Mit der Fördersumme werden sie ihre Musik im Studio aufnehmen.

Gute Laune: Das Ikatar Ensemble freut sich über die Förderung und präsentiert drei Songs. Foto: Hermann Pentermann

Die Weltkulturen verbinden auch die „One World Sessions“ der Lagerhalle, bei denen sich Musiker aus aller Herren Länder zum gemeinsamen Jammen treffen. Sie setzen sich ebenfalls für die Integration zugezogener Musiker ein.

Anderssein und Homosexualität

Das Institut für Musik in Osnabrück bildet Nachwuchstalente aus, von denen einige für ihre Projekte geehrt wurden. Darunter die Stefan Beranek Band, die mit ihrem Song „Flamingo unter Pavianen“ versucht, die Angst vor dem Anderssein zu nehmen und Vorurteile über Homosexualität thematisiert. Das Projekt Frances K befasst sich mit alltäglichen Themen und ruft die Zuhörer in den Songs auf, sich selbst treu zu bleiben. Die Band Haión kombiniert Jazz mit elektronischer Musik, gepaart mit orientalischen Einflüssen. Mit den Fördersummen finanzieren die Studenten das weitere Bestehen ihrer Bands sowie Studioaufnahmen oder Dreharbeiten.

Neben den Studenten erhielten auch junge Musiker aus Osnabrück die Förderungen der Stiftung. Die Heinrich-Schüren-Schule arbeitet derzeit an einem Musical zur Stadtgeschichte, das allen Schulen Osnabrücks zur Verfügung stehen soll. Die Don-Bosco-Schule wurde für ihre Band Arbeitsgemeinschaft ausgezeichnet und die Campus-Kita für ihr Projekt Singen mit Kindern.

Geld zur Errichtung einer Freilichtbühne

Auch die Sommerbühne Lerchenstraße erhielt ein Fördergeld, das sie dabei unterstützt, eine Freilichtbühne für Kultur und Musikauftritte zu errichten. Die Jacobs Gospel Singers werden die Summe unter anderem für ihr Benefizkonzert zum 30-jährigen Bestehen nutzen. Die Brockhaus Big Band entstand aus einer ehemaligen Arbeitsgemeinschaft der Angela-Schule und vergrößerte sich seitdem stetig. Mit dem Fördergeld soll das bisherige Stage-Piano ersetzt werden, das beschädigt war und deswegen keine Auftritte mehr möglich machte. Das Hifi Orchestra vereint in seinem Ensemble Profis mit Nachwuchsmusikern. Ihre eigenen Kompositionen sind eine Mischung zwischen Jazz, Klassischer und Populärer Musik und erhalten ebenfalls die Förderung der Bürgerstiftung.

NOZ vom 16.10.2018 (Viktoria Koenigs)