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Subheadline: Im Haus am Ledenhof arbeiten Senioren und Kindergartenkinder Hand in Hand
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18.12.2014

(18.12.2014) Osnabrück. Das Evangelische Senioren- und Pflegeheim Haus Ledenhof setzt auf Quartiersarbeit und mehr Kontakt mit der Kirchengemeinde sowie dem weiteren Umfeld. Ein erfolgreiches Projekt in dieser Richtung ist das Hörspiel-Projekt des Hauses, bei dem Senioren gemeinsam mit Vorschulkindern des Kindergartens „Marianne Schlief“ unter Anleitung der Märchenerzählerin Sabine Meyer ein Hörspiel entwickelten und dieses auf CD aufnahmen. Jetzt wird das Ergebnis öffentlich präsentiert.

Mitten im Osnabrücker Zentrum befindet sich das Senioren- und Pflegeheim Haus Ledenhof. Dessen Ziel ist es, auch mitten im Leben der Kirchengemeinde St. Katharinen und des umliegenden Quartiers anzukommen. Daher möchte Doris Hilgemann, Leitung begleitender sozialer Dienst, die Verbindungen der Bewohner zur Umgebung intensivieren. Und dabei ist ihr wichtig: „Viele stellen sich unter Ehrenamt vor, sie sitzen neben schwer dementen Menschen. Doch wir brauchen auch Ehrenamtliche für das normale Leben.“

Ehrenamtliche Hilfe

So besuchten die Bewohner des Hauses am Ledenhof beispielsweise regelmäßig den Wochenmarkt vor ihrer Haustür oder backten und kochten in einer Schulküche. Bei solchen Aktionen und Ausflügen benötigten die Rollstuhl- und Rollatorfahrer beispielsweise Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer. Davon abgesehen ginge es darum, dass die Ehrenamtlichen auch Spaß am Zusammensein mit den älteren Menschen haben könnten. So gäbe es beispielsweise bereits einen Herrenstammtisch im Grünen Jäger, bei dem jeder, der gerne Karten spielt, willkommen ist. Eine Studentin veranstaltet jeden Dienstag einen Spielevormittag im Haus am Ledenhof. Und weitere Projekte wie Kaffeekränzchen in einem Café sind in Planung.

Sehr erfolgreich war auch schon das Hörspiel-Projekt. Dazu trafen sich an insgesamt 14 Terminen zehn Vorschulkinder des Kindergartens „Marianne Schlief“ und zehn Bewohner des Seniorenheims am Ledenhof. Sie entwickelten mit der Osnabrücker Märchenerzählerin Sabine Meyer die Geschichte „Marie und Mica und die Zauberblume“, die sie anschließend selbst auf CD aufnahmen.

Die 78- bis 86-Jährigen waren von dem Projekt begeistert: „Alles, was die Kinder gemacht haben, war wunderbar“, fand Anneliese Hiebenga, und Inge Westerberg hatte beim ersten Reinhören in die fertige CD festgestellt: „Man hört sich auf dem Mitschnitt ganz anders an, ich habe mich erst nicht erkannt.“ Außerdem freuten sich einige der Älteren: „Dass ihre Stimme bleibt, wenn sie nicht mehr da sind“, erklärte Sabine Ellermann vom Kindergarten „Marianne Schlief“.

Und wie hatte es den Kindern gefallen? Tabea (5) stellte fest: „Das hat Spaß gemacht.“ Und Hannah (5) berichtete: „Das Schwierige war, den Rauschebart zu besiegen.“ Mehr sollte von der Geschichte jedoch noch nicht verraten werden.

Demokratie im Kleinen

Dafür berichtete Meyer, alle wesentlichen Entscheidungen, die die Geschichte betrafen, hätte die Gruppe ganz demokratisch entschieden. Und es sei spannend gewesen, die Geräusche zu entwickeln. So hätten beispielsweise Kunststoffblumen für Meeresrauschen gesorgt, während das Aneinanderreiben von Kindergummistiefeln im Hörspiel das Quietschen einer Tür imitierte.

Das Hörspiel-Projekt konnte mithilfe der Bürgerstiftung Osnabrück umgesetzt werden. Denn sie hatte das Projekt im Rahmen ihres Förderschwerpunktes „Chancen des Alterns – Engagement für und mit älteren Menschen“ mit 1385 Euro unterstützt. „Ich finde es toll, dass so solche Projekte realisiert werden können“, stellte Ewald Gerding, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Bürgerstiftung, fest.

Das Hörspiel „Marie und Mica und die Zauberblume“ wird am Freitag, 19. Dezember, um 15 Uhr im Steinwerk St. Katharinen öffentlich präsentiert. Alle sind eingeladen. 



Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 18.12.2014