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21.12.2010

Von Thomas Hitzemann - Osnabrück. Auf den Tag genau zehn Jahre vor dem jüngsten Festkonzert in der St.-Marien-Kirche war die Osnabrücker Bürgerstiftung gegründet worden. Die Zahl von zehn Gründungsmitgliedern hat sich bislang auf fast 80 Stiftungspersonen erhöht. Entsprechend voll ist die Kirche, denn alle Stifter haben Freunde, Bekannte und Verwandte mitgebracht.

Die Musiker des Abends sind Ute Hartwig an der Naturtrompete und Carsten Zündorf, der wechselweise die Flentrop-Orgel und die Truhenorgel im Altarraum erklingen lässt. Die Naturtrompete oder auch Barocktrompete wurde in ihrer Geschichte als Signalinstrument eingesetzt und spielte im Orchester stimmgleich mit Violinen. Erst ab 1815, wie Hartwig referiert, konnte das Blasinstrument zur modernen Ventiltrompete fortentwickelt werden und bekam zunehmend solistische Aufgaben. Hartwigs Spiel, so sehr sie sich auch um Tonreinheit, Artikulation und Verzierungsreichtum bemüht, zeigt die unvermeidlichen Schwächen des historischen Instrumentes bei Fantasien und Sonaten von unter anderen Johann Ludwig Krebs und Georg Friedrich Händel. Allerdings: Bei „2 Trumpet Voluntarys" von John Stanley und William Boyce, die in ihrer plakativen Lautstärke Signalcharakter haben, schiebt Hartwig auch Stärken des Instrumentes in den Vordergrund.
Einbußen bei der Orgel sind nicht auszumachen. Zündorf glänzt mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach: spannend aufgelöste Dissonanzen im Präludium D-Dur, BWV 532; ein wie geölt fließender Kontrapunkt in der Pastorella F-Dur, BWV 590; und fast marktschreierisch fröhlich kommen die kunstvollen Modulationen in der Fuge D-Dur, BWV 532.
Als Tribut an die Adventswochen sind schließlich 6 Choräle zur Weihnachtszeit aus Bachs „Orgelbüchlein" zu verstehen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 21.12.2010





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