Laudatio KidCourage 1. Platz (Sarah Thiele)

Guten Abend meine Damen und Herren,

auch von meiner Seite ein herzliches Willkommen zu diesem Abend!

Als Teil der Jugend-Jury von KidCourage ist es mir eine große Ehre, heute den Sieger der diesjährigen Ausschreibung zu verkünden.

Bei den aktiven Diskussionen der Jury ist es uns nicht leicht gefallen, unter all den großartigen Bewerbungen einen Gewinner festzulegen. Jedes Projekt hatte seinen eigenen Charme, seinen eigenen Schwerpunkt und war von großer Besonderheit. Dennoch haben wir uns entschieden und freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass alle Hilfsorganisationen für Haiti und Pakistan gewonnen haben.

Meinen herzlichen Glückwunsch!

Bevor ich gleich kurz auf die Projekte eingehe, möchte ich ein paar Zahlen vorlesen, die im Januar 2010 zur Zeit des Erdbebens in Haiti durch die Medien gingen:

-          250.000 - 300.000 Tote

-          300.000 weitere Personen verletzt

-          1,2 Millionen Menschen obdachlos


Auch die schrecklichen Nachrichten aus Pakistan lassen uns nur erahnen, welch ein Ausmaß diese Flutkatastrophe hatte. Es waren erschütternde und schockierende Zahlen:

-          20 Millionen Betroffene

-          4 Millionen Obdachlose

-          3400 Tote

Genau an diesem Punkt haben sich unsere diesjährigen Gewinner zu Wort gemeldet und Einsatz bewiesen. Ihre Eigeninitiative ist deutlich zu betonen, denn die Jugendlichen wollten durch ihr Engagement die Probleme lösen und die sofortigen Hilfsmaßnahmen in diesen Ländern unterstützen.

Meiner Meinung nach sind diese jugendlichen Vorbilder für unsere Gesellschaft, sie zeigen uns, dass sie durch ihr freiwilliges Handeln und ihr Verantwortungsbewusstsein einen Schritt Verbesserung der Gemeinschaft aller Menschen gemacht haben. Sie mischen sich ein... Sie zeigen Tatkraft... Sie handeln aktiv.

Und deswegen bin ich stolz, Euch heute diesen Preis übergeben zu dürfen.

Ich möchte nun einzeln die Personen der jeweiligen Projekte vorstellen und auf die Bühne bitten:

1) Die Spontaninitiative der Schüler Julius Book (17) & Frederik Kammer (16) des „Gymnasiums in der Wüste" führte in Zusammenarbeit mit Larissa Schwarz (18), Schülerin der BBS im Marienheim, zu einer schulübergreifenden Spendenaktion in Stadt und Landkreis zugunsten Haiti. Die Initiatorin des Projektes „5 vor 12" ist Larissa Schwarz. Sie hat ein Team zusammen gebracht, das die Schülervertretungen und Schulleitungen aller Osnabrücker Schulen ansprach und zu Hilfsorganisationen motivierte.

Dieses sinnstiftende Handeln führte zu einem großen Erfolg und zeigt uns, dass die Jugendlichen für diese zwei Wochen, in denen das Projekt lief, auf ihre eigenen Interessen verzichteten, um sich auf diese für die Schüler wichtige Aufgabe zu konzentrieren.

2) Eine etwas jüngere, dennoch sehr engagierte Dame ist Paulina Rolfes. Zum Zeitpunkt der Sammlung war sie 11 Jahre alt. Paulina hat an ihrer Haupt- und Realschule auf die Lage in Haiti hingewiesen und Spenden gesammelt.

Obwohl sie wusste, dass diese Aktion schon schulübergreifend war, ließ sie sich nicht beirren und verfolgte ihr Ziel weiter, sich für die Erdbebenopfer einzusetzen.

3) Zwei noch jüngere Damen kamen von selbst auf die Idee, anderen Menschen zu helfen. Die Rede ist von Alina Moritz und Malou Schüttenberg (beide 8 Jahre alt).

Sie haben Spenden für Haiti gesammelt: Im Bekanntenkreis, an der Schule und in der Nachbarschaft.

Ich finde es sehr bemerkenswert, dass schon so junge Menschen Engagement beweisen und aktiv handeln wollen.

4) Das Haiti-Hilfsprojekt „Hoffnung spenden, Haiti 12.01.2010" und die Gründung der AG „Soziales Lernen" am Ratsgymnasium ist durch Soraya Wille (13) und Silas Fromme (13) zu Stande gekommen.

Mit Unterstützung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5-12 haben die beiden Jugendlichen es geschafft, viel Geld für Hilfsmaßnahmen in Haiti zu sammeln. Diese Hilfsaktion ist durch die Gründung der AG „Soziales Lernen" sehr zukunftsorientiert und zeigt, dass die Schüler sich bereits schon für weitere Spendenaktionen einsetzten.

Die nächste Katastrophe ließ nicht lange auf sich warten: Die Überschwemmungen in Pakistan! Auch hier bewiesen sie Mut, nachhaltig als Jugendliche etwas zu verändern.

5) Die schockierenden Nachrichten der Flutkatastrophe in Pakistan rüttelten drei 9-jährige Mädchen wach. Ich spreche von Carla Grohe, Fiona Gass und Vanessa Sturm.

Sie möchten etwas bewegen, helfen und verändern. Die Not der Kinder in Pakistan hat sie nicht in Ruhe gelassen. Durch eigene Organisation eines Standes auf dem Bürgerparkfest haben sie mit viel Freude etwas Großes bewegen können.

6) Als letztes Projekt möchte ich Ihnen drei Jugendliche vorstellen, die uns als Jury sehr berührt haben und einen wahrhaftig bleibenden Eindruck bei uns hinterließen. Die Rede ist von Philipp Schalkowski (12), Christian Vennemann (14) und Stefanie Tettenborn (15).

Diese drei jungen Erwachsenen haben während ihres Aufenthaltes im Kinderhospital innerhalb von 3 Tagen einen Basar auf die Beine gestellt. In ihren Therapiestunden planten sie dieses Event und haben durch eigenständiges Basteln von Traumfängern den Leuten ihren Verkauf schmackhaft gemacht. Besonders ist hier, dass die Jugendlichen trotz eigener Erkrankungen ein tolles Hilfsprojekt auf die Beine gestellt haben.

Ich danke Euch allen für Euren Mut, Euer Engagement und Eure Tatkraft. Solche bemerkenswerten Aktionen würdigen zu dürfen erfüllt das Projekt KidCourage mit Stolz und mit neuem Leben.

Ihr habt die Anerkennung verdient und das ist Euer Applaus!