Ergebnisse und Perspektiven: Prämierungsveranstaltung Kid Courage 2009

von Dr. Klaus LangDr. Klaus Lang

1. Begrüßung

Ich begrüße vor allem die Jugendlichen unterschiedlichen Alters der vorgeschlagen Gruppen und Initiativen. Es freut mich, dass praktisch alle nominierten Gruppen gekommen sind. Für sie ist Kid Courage da und sie stehen heute im Mittelpunkt.

Gerade deswegen heiße ich auch unseren anderen wichtigen Gäste ganz herzlich willkommen, weil Sie Frau Ministerin, Sie Herr Oberbürgermeister und Sie, Frau Landrätin ebenso wie alle anderen Erwachsenen Ihre Wertschätzung gegenüber den engagierten Kindern und Jugendlichen ausdrücken. Auch von meiner Seite Ihnen allen: Ein herzliches Willkommen!

Die Prämierungsveranstaltung selbst ist somit ein richtiger Begegnungsort. Hier wird umgesetzt, was die Bürgerstiftung Osnabrück auch sein will: Brücke zwischen den Generationen!

2. Courage heute

Vor einer Woche wurde in Bad Iburg der Courage Preis verliehen. An die schwedische Königin Sylvia. Wir haben hier zwar keine preiswürdigen Monarchen, Prinzen oder Prinzessinnen. Es geht aber hier wie dort um dasselbe Prinzip:
Herausragendes Engagement für das Gemeinwohl, für sozialen Einsatz anzuerkennen.
Wir bringen das auf einen einfachen Begriff: Stark für andere!
Dort für Erwachsene - hier für Kinder und Jugendliche.

Was ist Courage?
Die Antwort darauf ist nicht einfach, aber jeder von uns weiß eigentlich genau was couragiertes Handeln ist - und auch das Gegenteil davon.
Keine Helden im militärischen Sinn
Keine Sieger im sportlichen, all zu oft gedopten Wettstreit.
Keine Möchtegern-Stars der „Deutschland sucht weiß-Gott-wen" - Zirkusse.
Sondern junge Menschen, die mit offenen Augen und offenen Herzen, etwas neugierig und ein wenig einfallsreich durch die Welt gehen und sehen, wo kann, wo soll man etwas tun: für andere. Und dann initiativ werden. Das darf ruhig zugleich etwas eigennützig sein!

Offenes Herz: Das trifft den Wortsinn von Courage. Das alte Wort „Beherztheit" drückt besser als „Mut", „Tapferkeit" die Bedeutung von „Courage" aus. Man muss mit dem Herzen dabei sein!
Beherzt und dadurch vorbildlich, beispielhaft - aber ganz normal, einfach cool!

3. Bedeutung von Kid Courage für die Bürgerstiftung

Kid Courage ist eines der wichtigsten Projekte der Bürgerstiftung. Und es hat eine gute Tradition.
Zum fünften Mal wird diese Prämierung jetzt durchgeführt.

Dies Projekt ist wichtig für die Jugend.
Jugend und jung sein spielen heute vordergründig eine große Rolle in unserer Gesellschaft: In der Werbung, in der Mode, in der Kosmetikindustrie. Manche sprechen vom „Jugendwahn" der Gesellschaft.
Mit Wertschätzung der Jugend hat das wenig oder nichts zu tun.
Kid Courage dagegen drückt Wertschätzung aus!

Jugend wird in den Medien auch oft in Zusammenhang mit Gewalt, mit Drogen, mit Alkohol genannt. Und die Exzesse, die es hier in jeder Hinsicht gibt, sind ekelerregend und abstoßend. Natürlich muss darüber öffentlich berichtet werden.

Aber das ist nicht die Jugend! Kid Courage will auch hier ein Gegengewicht setzen.
Ich zitiere: „Ich finde es total wichtig, dass es solche Auszeichnungen wie Kid Courage gibt. Das gibt Kindern und Jugendlichen die Chance, auch einmal positiv dargestellt zu werden. In der Zeitung liest man ansonsten fast nur Negativschlagzeilen und wenn man keinen direkten Bezug zu Kindern und Jugendlichen hat, so verschiebt sich leicht das Bild. So bekommt man vielleicht gar nicht mit, dass die meisten Kinder und Jugendlichen ganz spannende und wunderbare Ideen haben und diese auch umsetzen."

So die Jugendpflegerin der Stadt Bramsche, Stefanie Uhlenkamp, in einem Schreiben an die Bürgerstiftung. Besser kann man kaum ausdrücken, warum Kid Courage für die Jugendlichen und für die Bürgerstiftung so wichtig ist.

Für die Bürgerstiftung selbst ist es wichtig, dadurch zu Jugendlichen in Kontakt zu kommen und natürlich den jungen Menschen, den Erwachsenen von Morgen, die Bürgerstiftung vertraut zu machen. Sie ist der Ort, wo dieses Engagement eines Tages fortgesetzt werden kann!

Der „Schwerpunkt Jugend" der Bürgerstiftung umfasst mehr: Begabten- und Entwicklungsförderung, „Haus der kleinen Forscher", UPJ und nicht zuletzt die Unterstützung des Kinder- und Jugendtheaters OSKAR.

Dazu dient auch die Bürgergala, die in diesem Jahr wieder stattfindet. Kinder und Jugendliche stehen dabei in doppelter Hinsicht im Mittelpunkt:
Einmal durch den Förderzweck der Bürgergala, zum anderen dadurch, dass 300 Kinder und Jugendliche die Akteure eines abwechslungsreichen und anregenden Programms sind. Die Bürgergala wird ein schönes Fest, Kinder bewegen unsere Stadt. Mit einem vielfältigem Rahmenprogramm. In der OnsabrückHalle.
Weil der Förderzweck so wichtig ist und weil es wirklich ein schönes Fest zu werden verspricht, bitte ich Sie alle herzlich, heute nicht ohne eine Karte wegzugehen und auch noch viele, viele Freunde, Verwandte, Bekannte aufzufordern ans dieser Bürgergala teilzunehmen. Es lohnt sich - für jeden der dabei ist und für den Förderzweck!


4. Würdigung der eingereichten Vorschläge

Die „spannenden und wunderbaren Ideen" der Jugendlichen schlagen sich auch in der Vielzahl und Vielfalt der Projekte und Initiativen wieder, die in diesem Jahr eingereicht wurden.

Sie kommen aus dem schulischen Umfeld und aus Vereinen. Sie umfassen Gruppen und Einzelpersonen. Stadt und Landkreisgemeinden sind gleichgewichtig vertreten. Sie sind alle preiswürdig und haben zum Teil auch schon öffentliche Anerkennung erfahren. Darum möchte ich - unbeschadet der Prämierung, auch alle Projekte erwähnen.

Einige Projekte verwirklichen unmittelbar, „Brücke zwischen den Generationen" zu sein: Die Senioren-Computerschule des Gymnasiums Wüste in Osnabrück, die Initiative Nachbarschaftshilfe des Berufsschulzentrums Westerberg und die „Ich mache mit Aktion" aus Bramsche zur Hilfe im Johanniterkrankenhaus am Wochenende.

Andere Projekte fasse ich unter dem Stichwort „Jugend hilft Jugend" zusammen: so die SOS-Aktion zur kostenlose Naschhilfe am Greselius-Gymnasium in Bramsche, die Initiative zur Errichtung einer Skateranlage in Kettenkamp (die man natürlich auch unter den Bewegungsprojekten nennen könnte), das Schülerlotsen-Projekt der Realschule Dissen und die Schülerinitiative der Domschule zur Gestaltung des Nachmittags in der Ganztagsschule.

Andere Vorschläge stellen das besondere Engagement einzelnen junger Personen heraus, wie z.B. das von Marian Brehmer, der nicht nur als 1. Geiger auch Konzertmeister des Schulorchester des Gymnasiums Melle ist, sondern auch schon vor zehn Jahren begonnen hat, in der Jugend-AG von terre des hommes aktiv zu sein; oder Nathalie Trapka, die mit den andere Messdienerleitern aus Westerkappeln eine Fülle von sozialen Initiativen entwickelt hat - von Benefizturnieren bis zu Spendensammlungen!

Andere Initiativen haben sich dem Spenden-Sammeln für soziale Projekte verschrieben, so die Schülerinnen und Schüler der Wittekind Realschule in Osnabrück oder die Schüler aus Georgsmarienhütte mit ihrem Benefizkonzert.

Manche Projekte sind interkulturell und international ausgerichtet. So z.B. die sehr umfassende Zusammenarbeit geistig behinderter Schüler mit anderen Schülerinnen und Schüler und vieler anderer Initiativen durch den „Verein für Natursport und Kunst Hase Ems e.V.; die Jugendgruppe der Polnischen Gesellschaft Patria mit ihren vielfältigen Aktionen und die Schülergruppe des Gymnasiums „In der Wüste", die jetzt schon über einen längeren Zeitraum ein Waisenhaus in der Bamenda Region im Kamerun unterstützt.

Sportliche Bewegung verbunden mit sozialen Einsatz verwirklichen nicht nur das schon genannte Projekt Skateranlage, sondern auch das Team der LG Osnabrück, das nicht nur selbst sportlich aktiv ist, sondern auch anderen gute Bedingungen für sportliche Aktivitäten schafft.

Nicht zu vergessen sind schließlich die Aktion „Podiumsdiskussion ohne Podium", ein Bürgergespräch von Jugendlichen über sie bewegende Themen für Junge und Erwachsene und die schon öffentliche bekannte und vielfach gewürdigte Aktion der Möser-Realschule Osnabrück gegen Gewalt und Rassismus.

Alle Initiativen sind Ausdruck von Beherztheit, Einfallsreichtum, Kooperationswillen.
Nicht alle können prämiert werden, aber sie sind bemerkenswert und liefern auch manche Anregungen für die weitere Arbeit der Bürgerstiftung.
Dafür allen Beteiligten ganz, ganz herzlichen Dank - den jungen Menschen ebenso, wie den Eltern, Jugendleitern, Lehrerinnen und Lehrern, die doch oft fördernd und unterstützend dahinter stehen. Ich finde sie alle haben den kräftigsten Applaus der heutigen Feier verdient


5. Wie geht es weiter?

Nach Kid Courage 2009 ist vor Kid Courage 2010.
Ermuntert auch durch manche Stellungnahme werden wir selbstverständlich mit Kid Courage weitermachen. So schreibt z.B. Herr Siemer von der LG Osnabrück im Begleitschreiben zu seinem Vorschlag: „Allein die umfangreiche Pressearbeit (der Bürgerstiftung für Kid Courage) sorgt dafür, dass das ehrenamtliche Engagement Jugendlicher deutlich stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt und damit an Bedeutung gewinnt." Ich freue mich, dass dies gelungen ist, auch dank der Unterstützung der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ich weiß die Sympathie von Herrn Gerding als Chefredakteur für dieses Projekt und die Bürgerstiftung insgesamt sehr zu schätzen.

Wir wollen die Vielfalt von Ideen und Initiativen fördern in demselben Spektrum, wie die Anträge in diesem Jahr vorliegen. Der Jury kommt es im Wesentlichen auf die Eigeninitiative der Kinder und Jugendlichen an, auf das Engagement für andere und - wenn wir Projektförderung weiter machen - auf eine gewisse Nachhaltigkeit der Projekte. Die Projektförderung wurde zum ersten Mal möglich, dank der großzügigen Unterstützung durch Sponsoren. Dafür bedanke ich mich und hoffe, dass uns die Sponsoren in den nächsten Jahren treu bleiben und wir zusätzliche Sponsoren gewinnen können.

Nur mit Hilfe der Sponsoren, Förderer und Unterstützer können wir dieses Projekt durchführen. Und ein Wort noch an Frau Horstmann, die stellvertretende Landrätin: Wir hatten ja schon in der Vergangenheit eine gute Zusammenarbeit mit der Jugendstiftung des Landkreises. Vielleicht kann sie weiterentwickelt werden, so dass die Bürgerstiftung Osnabrück und die Jugendstiftung des Landkreises gemeinsam Kid Courage 2010 durchführen. Das wäre zumindest zu prüfen.

6. Schluss

Lassen Sie mich schließen mit der herzlichen Bitte an Sie alle, insbesondere auch an die Jugendlichen:

Seien Sie, seid alle Botschafter von Kid Courage. Ermutigt im Jahr 2010 Kinder und Jugendliche, Gruppen und Initiativen sich mit geeigneten Projekten bei Kid Courage zu bewerben oder schlagt selbst andere vor.