Das Projekt "KidCourage": Auszeichung für Kinder und Jugendliche

- Die prämierten Initiativen und Projekte seit 2003.

- Schirmherren: Christian Wulff, Boris Pistorius, Manfred Hugo.

- Ehrenpreis des Bündnisses für Demokratie und Toleranz.

„Aktiv, engagiert, couragiert für eine bessere Welt!": Unter diesem Motto startete im  Jahr 2003 das Projekt KidCourage der Bürgerstiftung Osnabrück. In Kooperation mit mehreren Partnern aus der Wirtschaft sowie der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) werden einmal jährlich Kinder oder Jugendliche für außergewöhnliches soziales Engagement belohnt. Die Betonung liegt auf „außergewöhnlich": Nicht eigentlich Selbstverständliches soll belohnt werden, sondern couragiertes Eintreten für Andere.

In einer Stadt, die sich als Friedensstadt versteht, will die Bürgerstiftung Akzente setzen und zeigen, dass auch Kinder und Jugendliche - gleich welcher Herkunft, Ausbildung und Hautfarbe - durch ihr couragiertes Verhalten und ihre Aktivitäten mit gutem Beispiel vorangehen und Vorbild für andere sein können. KidCourage fördert demokratisches Selbstverständnis, baut Barrieren - soweit diese bestehen - auch zwischen Generationsgruppen ab und will durch konkrete Vorbilder das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen weiter stärken.


Wie wird man KidCourage?

KidCourage wendet sich an Kinder und Jugendliche (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) in Stadt und Landkreis Osnabrück. Zu nominieren sind sowohl spontane „gute Taten" und Aktionen als auch Projekte, die über einen längeren Zeitraum laufen, wie auch gestartete Initiativen. Sie müssen in dem Zeitraum Sommer 2009 bis Sommer 2010 realisiert oder begonnen werden.

Vorgeschlagen werden können Kinder und Jugendliche

* als Einzelperson

* als Gruppe

* auch aus dem schulischen Bereich ebenso wie aus Kinder- oder Jugendvereinigungen.



Prämiert werden kann beispielsweise

* der mutige Einsatz in extremen Situationen, also „Zivilcourage"

* das Engagement in der Nachbarschaft, in der Gemeinde oder Stadt

* das Engagement für die Integration von Menschen mit einer Behinderung, von Minderheiten, von älteren Menschen

* das Engagement für Problemlösungen und Hilfsmaßnahmen in Ländern der sog. Dritten Welt

* und erstmals: das Engagement für die natürliche Umwelt

Die Eigeninitiative von Kindern und Jugendlichen muss stets das herausragende Merkmal sein!


Zur Förderung des Jugend-Engagements ermöglicht die Bürgerstiftung eine finanzielle Zuwendung bei konkreten Projekten, insbesondere als Anschubfinanzierung (hier gelten die Förderleitlinien der Stiftung).

Neben den prämierten Initiativen und Projekten sorgt die Bürgerstiftung für eine angemessene Anerkennung aller Nominierten für KidCourage (soweit diese den Ausschreibungskriterien entsprechen) auch in öffentlicher Form durch die Kooperation mit ihren Medienpartnern.

(Stand: Mai 2010)


KidCourage 2003

Für eine verantwortungsvolle Realisierung eines solch sensiblen Projektes bedarf es vor allem an Fachkompetenz. Die Bürgerstiftung Osnabrück gab den Anstoß für dieses Projekt, für die Konzept-Strategie und -Umsetzung hat sich gleich zu Anfang eine Expertenrunde von 18 Mitgliedern, die „KidCourageJury" gebildet. Einzelne Bürgerinnen und Bürger beraten mit ihrer jeweiligen Fachkompetenz die Bürgerstiftung zu dem komplexen Thema. Die Jury trifft zugleich die Vorentscheidung über die zu prämierenden Projekte/Aktivitäten anhand der Anträge. Das Zusammenwirken von Jury/Beirat und Vorstand der Bürgerstiftung kann als hervorragend bezeichnet werden.

Im November 2003 fand die erste Preisverleihung statt.

Der erste Preis von 750 €, eine Urkunde und lobende Worte gingen in diesem Jahr erstmals an sechs Mädchen aus Bad Laer, die in der Tagesbildungsstätte Bad Laer regelmäßig behinderte Kinder betreuten. Das Preisgeld verwandten die Jugendlichen, um mit ihren behinderten Schützlingen gemeinsam eine einwöchige Freizeit auf Mallorca zu verbringen. Den zweiten Platz belegten die zehnten Kassen des Gymnasiums „In der Wüste". Sie wurden für ihre Hilfe beim Behindertensport der Osnabrücker Werkstätten mit 500 € belohnt. Dafür wurde in der Schule ein großer Grillabend mit Musik veranstaltet. Schüler der Thomas-Morus-Schule in Haste, die soziale Dienste im Altenheim übernahmen, und eine neunte Kasse der Ursulaschule belegten gemeinsam den dritten Platz und gewannen je 250 €. Die Schülerinnen und- schüler hatten eine Bluttypisierungsaktion für ihre Mitschülerin Annika organisiert. Weitere 250 € gingen an Ratsgymnasiasten, die in ihrer Freizeit Bewohner des Heywinkel-Hauses betreuten. Einen Sonderpreis erhielt eine neunjährige Schülerin, die sich für die Integration behinderter Kinder in ihrem Klassenverbund engagierte.


KidCourage 2004

Intensiviert wurde die Ausschreibung durch die Verteilung von Faltblättern in Schulen, in Einrichtungen der Jugendarbeit, in Sportvereinen usw. Zudem standen Vorträge in den jeweiligen Einrichtungen durch Vertreter der Bürgerstiftung sowie Mitgliedern der Jury auf dem Programm. Erstmalig wurde zusätzlich eine „KidJury" eingerichtet, mit fünf Kindern, die ihr eigenes Votum an die Jury abgaben. Erfreulicherweise hat der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Herr Christian Wulff, die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. Die Preisverleihung fand im Januar 2005 statt. Feierlich und auch etwas „fetzig" im Programm, für die Kids ansprechend.

Der erste Preis, belohnt mit 750 € ging an eine Jugendgruppe der Bonnus-Gemeinde Osnabrück und der Paul-Gerhard-Gemeinde Wallenhorst. Das Team engagierte sich für Ferienfreizeiten mit behinderten Kindern. Das Preisgeld haben die jungen Leute  in Kinder- und Jugendarbeit investiert.

Den zweiten Preis erhielt ein zehnjähriger Junge aus Osnabrück für sein mutiges Eintreten für einen Mitschüler.

Den dritten Preis verlieh die Jury den „Sonnenkindern" aus Melle, einer Gruppe, die sich seit vier Jahren für Kinderrechte stark machte.

„Solche jungen Leute braucht die Stadt und braucht das Land", sagte Ministerpräsident Christian Wulff, der die Preise übergab. Sie hätten Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl und Mitleid gezeigt. Die große Hilfsbereitschaft vor allem vieler junger Menschen nach der Flutkatastrophe in Asien mache Mut", so Wulff.


KidCourage 2005

Die Preise für Kidcourage 2005 wurden im Juni 2006, diesmal mit zusätzlichen Präsenten vom Intendanten des Theaters Osnabrück und vom Vorstand der Stadtwerke Osnabrück, verliehen. Die inzwischen hochkarätig aufgestellte 24-köpfige Jury beteiligt sich als Laudatoren. (In der Anlage ist die Laudatio des 1. Preises beigefügt). Erstmalig wurden hier auch die Nominationen (ohne Preisträger) erwähnt.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der erste Preis bei der Preisverleihung KidCourage 2005, den 8 weibliche Jugendliche aus Osnabrück gemeinsam für ihre außergewöhnlich intensive und nachhaltige Unterstützung einer Mitschülerin erhielten. Die Jugendlichen haben sich in vorbildlicher Weise und mit großem Durchhaltevermögen für eine ehemalige Schülerin eingesetzt und führen dies weiter fort. Diese Jugendliche kam Mitte 2004 elternlos aus Schwarzafrika auf Umwegen nach Osnabrück. Vor ihrer „Aussetzung" vergewaltigt, brachte sie 2005 eine Tochter  zur Welt. In der Schule nahmen sich die acht Mitschülerinnen der Analphabetin intensiv und mit großem emotionalem Einsatz an - nicht nur schulisch, sondern auch im sozialen Alltag. Die Gruppe hat entscheidend zur Entwicklung des Selbstbewusstseins der Mitschülerin und jungen Mutter beigetragen und ihr die Integration in ein fremdes Land erst ermöglicht.

Den zweiten Preis erhielten gemeinsam 2 männliche Jugendliche (aus Osnabrück und Georgsmarienhütte) für ihre eigenständige Initiative einer koordinierten Spendensammlung für die Opfer des Tsunamis. Sie initiierten und organisierten im Januar 2005 die „herausragende" (so terre des hommes als Antragsteller) Aktion „Schüler helfen den Flutopfern". Sie erstellten schriftliche Informationsmaterialien, versandten dies an alle Osnabrücker Schulen, begleiteten dies mit einer Plakataktion und richteten zudem eine projektbezogene Homepage ein. Das Ergebnis: Weit mehr als die Hälfte der Schulen sind dem Aufruf gefolgt - und über 33.000 € sind terre des hommes für dessen Sofortprogramm in Südindien als Spende zugegangen.

Den dritten Preis bekam ein  10  -jähriges Mädchen aus Glandorf-Schwege für ihre spontane und eigenständige Spendenaktion zu Gunsten der Erdbebenopfer in Pakistan. Sie besucht in Bad Laer eine Tagesbildungsstätte für Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung. Sie hatte bei einer Spendenaktion in der Schule für die Tsunami-Opfer nicht nur mitgearbeitet, sondern von ihrem Taschengeld 15 € eingebracht. Darüber hinaus hat sie für die Erdbebenopfer in Pakistan in der Schule spontan eine einmalige Aktion durchgeführt. Mit einer Spendendose und einem selbst gebastelten Schild „Es schwimmen lauter Leichen herum!" ist sie durch sämtliche Klassen gegangen und hat so mehr als 70 € gesammelt.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz verlieh im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2006" der Bürgerstiftung Osnabrück einen Ehrenpreis für das „vorbildliche" Projekt KidCourage - „einem ideenreichen und wirkungsvollen Beispiel zivilen Engagements".


KidCourage 2006/2007


Die Bürgerstiftung hat nach drei erfolgreichen Preisverleihungen erneut dazu aufgerufen, engagierte Kinder und Jugendliche zu benennen, die im Jahr 2006 durch ihr außergewöhnliches soziales Verhalten positiv aufgefallen sind.

Die Verleihung des Preises „KidCourage 2007" fand am 15. Juni 2007 im Medienzentrum der Neuen Osnabrücker Zeitung statt (Medieninformation in Anlage). In diesem Projekt engagieren sich zwei Stifter der Bürgerstiftung Osnabrück als Koordinatoren sowie die nunmehr 30 Personen umfassende Jury, davon 7 Jugendliche, die vornehmlich Preisträger des Vorjahres sind. Wie bereits im Vorjahr waren alle Nominierten eingeladen, die einer der beiden Koordinatoren persönliche begrüßte und ihre Initiativen und Projekte vorstellte.

Der erste Preis (dotiert mit jeweils 300 €) wurde zweimal vergeben. Ihn erhielten:

(1) Ein 17jähriger Jugendlicher aus Bramsche, der aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt, hat vor zwei Jahren eine „Breakdance-Gruppe" eingerichtet, die er eigenverantwortlich trainiert und betreut. Diese Gruppe setzt sich aus Kindern im Alter von 9-13 Jahren zusammen, die alle aus Familien mit Migrationshintergrund stammen. Er hat sich durch persönliches Engagement selbst weiter gebildet und die Ausbildung zum Jugendgruppenleiter absolviert, um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden. Sein Einsatz in Bramsche trägt wesentlich dazu bei, dass es einen vorbildlichen und verlässlichen Beitrag zur Förderung der Jugendkultur gibt. Er ist für die Kinder ein Vorbild und ein Multiplikator für ehrenamtliches Engagement Jugendlicher.

(2) Ein 8-jähriger Junge aus Osnabrück. Er hält Kontakt zu Bewohnern des Altersheims der St. Barbara-Gemeinde durch regelmäßige Besuche - auch mit seiner Katze - und liest Geschichten vor, eröffnet ihnen damit die Außenwelt. Er ist überaus aktiv in seiner Kirchengemeinde, immer auch in der Zuwendung gegenüber älteren Menschen. Seine allein erziehende Mutter steht ihm zwar dabei zur Seite, wenngleich er die Initiative ergreift und auch dabei bleibt. Mit der Würdigung als KidCourage soll der Junge zu weiter gehendem sozialen Engagement motiviert werden.

Den zweiten Preis (dotiert mit 200 €) erhielten gemeinsam 5 Mädchen aus Osnabrück. An der Grundschule Rosenplatzschule hatte sich in 2006 eine Aktionsgruppe in der 4. Klasse gebildet, die sich für das Spendensammeln an einer Partnerschule im Kongo einsetzt - das Klassenübergreifende „Kongo-Projekt". Aus der zuerst schulischen Aktion entstand eine sehr persönliche Initiative der fünf Jugendlichen. Sie organisierten eigenständig Benefiz-Aktionen, u.a. einen Flohmarkt. Sie waren Multiplikatoren für die Projekt-Idee und deren Realisierung.

Den dritten Preis (dotiert mit 100 €) bekam eine 10jährige Osnabrückerin. Sie hat sich spontan und intensiv um eine Mitschülerin gekümmert, ein aus Thailand stammendes Mädchen, das kaum Deutsch sprach. Es kam zu einer engen, auch außerschulischen Freundschaft, die dem thailändischen Mädchen half, schulischen und generell sozialen Anschluss zu finden. Das nachdrückliche Engagement der Preisträgerin hat dazu geführt, dass ihre Freundin sich in eine weitgehend fremde Kultur eingelebt und Selbstvertrauen entwickelt hat.


KidCourage 2008/2009

Der erste Preis (dotiert mit 1250 €) ging an Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b der Wittekind-Realschule Osnabrück. Bereits in der 5. Klasse fanden sich Schüler unter dem Motto „Jedes Jahr eine gute Tat" zusammen, um Geld durch Mini-Jobs zu sammeln. Die Gruppe wurde weiter aktiv, informierte sich über soziale Institutionen und erlebte andere Menschengruppen „hautnah". Die Zielgruppe ihrer Spenden suchten sie sich selbst aus, darunter z.B. die Tageswohnung Obdachloser und Seniorenheime. Dabei lernten sie neben den den Möglichkeiten des „fund raising" zudem das Medium Presse kennen.

Den zweiten Preis (dotiert mit 750 €) erhielt eine Gruppe Jugendlicher, die als Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums „In der Wüste" in Osnabrück durch intensive und vielfältige Spendensammelaktionen das Thema „Anti-Aids" konkret umgesetzt hat. Den Anstoß hierfür gab eine ehemalige Mitschülerin, die im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres in der Bamenda-Region in Kamerun tätig war - und um Unterstützung für ein Waisenhaus mit Aids infizierten Kindern bat. Unter Federführung zweier Klasse (10 F und 8 a) sind Klassen übergreifend insbesondere fünf „Wüsten-Gymnasiasten" aktiv geworden.

Der dritte Preis (jeweils dotiert mit 500 €) entfiel auf zwei Projekte.

(1) Sieben junge Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Kettenkamp (Samtgemeinde Bersenbrück) haben sich für die Errichtung einer Skater-Anlage „stark gemacht" und für ihre Idee viele Mitstreiter gewinnen können. Sie haben die Umsetzung selbst in die Hand genommen - mit Eigenleistungen und dem Wecken bürgerschaftlichen Engagements. Mehrfach berichtete die lokale Presse über den Fortgang. Die Anlage, die mittlerweile in Betrieb ist, wird von den Initiatoren versorgt, betreut und dient damit als attraktives Angebot für alle Jugendlichen im Ort und den Nachbargemeinden.

(2) In der Jugendszene neue Akzente setzen - und gleichzeitig „Gutes tun": Das ist das Motto von Jugendlichen in Georgsmarienhütte - 13 bis 16 Jahre alt und Schüler der örtlichen Realschule. Sie organisierten als Rock Band „Summer Nation" unter dem Gleichlautenden Namen ein Benefiz-Event im Sommer 2009. Der Erlös sollte der Kinderabteilung des Krankenhauses am Harderberg zugute kommen. Leider war der erste Anlauf wegen der geringen Besucherzahl ein „Flop". Mit einer professionellen Website warben und werben sie weiterhin für eine Wiederaufnahme im August 2010 und bleiben damit weiter engagiert.