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Subheadline: Stadtwerke Osnabrück bieten breites Kursangebot und unterstützen die ON-Weihnachtsaktion
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24.12.2017

(24.12.2017) Osnabrück (nak) – „Ich habe noch kein Kind erlebt, dass nicht schwimmen lernen konnte“ – klare Worte von einer Frau, die es wissen muss. Andrea Zahmel, Teamkoor-dinatorin von „Nettis Schwimmschule“ hat 27 Jahre Erfahrung in Sachen Schwimmunterricht. „Prinzipiell haben Kinder keine Angst vor dem Wasser – vor allem nicht, wenn die Eltern positiv auf sie einwirken.“

Ausnahmen gebe es nur bei traumatisierten Kindern, wie dem 13-Jährigen, den Andrea Zahmel derzeit in einer Gruppe Geflüchteter unterrichtet: „Und sogar der hat seine Angst überwunden und ist jetzt begeistert dabei“, berichtet sie. Die Stadtwerke bieten Schwimmkurse für quasi jede Altersgruppe, vom Babyschwimmen und Wassergewöhnung über Kurse, die zu den Schwimmabzeichen führen, bis hin zum Erwachsenenschwimmen.

Und dennoch lernen derzeit zu wenige Kinder das Schwimmen. Die Statistiken der Rettungskräfte der DLRG sind alarmierend: Immer mehr Menschen sterben durch Ertrinken. Hier setzt die ON-Weihnachtsaktion 2017 an. Sie unterstützt Kinder aus bedürftigen Familien aus Stadt und Landkreis Osnabrück mit Schwimmkursen und Bewegungsangeboten. Etwa 5000 Kinder alleine in der Stadt Osnabrück sind arm, auch im Landkreis sind zahlreiche Kinder betroffen. Essen, Kleidung und Schulmaterialien gehen vor – an Sport, an einen Schwimmkurs ist allzu of tnicht zu denken …

Die meisten Kinder starten in „Nettis Schwimmschule“ mit dem Anfängerkurs ab fünf Jahren. „Nach den 15 Terminen machen die meisten der Kinder das Seepferdchen-Abzeichen“, so die Erfahrung der Kursleiterin. „Dann sind sie zwar noch keine sicheren Schwimmer, aber die Grundfertigkeiten sind da und die verlernen sie auch nie wieder.“ Der Lernerfolg sei noch größer, wenn die Kinder begleitend mit den Eltern schwimmen gingen – in den Kursen sind diese nur beim ersten und letzten Termin dabei: „Die Ablenkung ist sonst zu groß.“ Neben Kursen für die Jüngsten gebe es auch Angebote für ältere Kinder. „Uns ist es wichtig, dass möglichst viele Kinder schwimmen lernen. Jungen und Mädchen, gleich welcher Herkunft. Ob die Kinder in Badehose, Badeanzug, im Neoprenanzug, im Tankini oder im Burkini kommen, spielt für uns keine Rolle.“ In ihren Kursen, aber auch  als Bäderaufsicht beobachtet Andrea Zahmel über die Jahre eine erschreckende Entwicklung: „Die motorischen Fähigkeiten gehen zurück. Rückwärts gehen im Wasser ist für viele eine Herausforderung.“ Außerdem sehe sie mit Sorge, wie wenige Kinder mit Vorkenntnissen am Schwimmunterricht in der Grundschule teilnehmen. „Unter den dortigen Voraussetzungen lernen sie dort aber auch nicht schwimmen.“

Ihrer Beobachtung nach könnten vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien nicht schwimmen. Damit seien sie von vielen Aktivitäten wie Ausflügen, aber spätestens vom Ruderunterricht, den viele Schulen in Osnabrück anbieten, ausgeschlossen.

 „Schwimmen ist auch eine Frage der Teilhabe“ betont Andrea Zahmel. Umso begeisterter zeigte sich das Team der Stadtwerke-Bäder von der Idee, mit den Spenden der ON-Aktion spezielle Kurse für Kinder aus sozial benachteiligten Familien ins Leben zu rufen: „Es ist uns ein echtes Anliegen, diesen Kindern Schwimmen beizubringen. Denn es ist wichtig für ihre Sicherheit, ihre Gesundheit, ihre Entwicklung und ihre Teilhabe am sozialen Leben“, so Wolfgang Hermle, Leiter der Bäder bei den Stadtwerken Osnabrück.

 Diese stellen Bäderzeiten zur Verfügung und führen die Kurse zu Sonderkonditionen durch – für die betroffenen Kinder werden die Kurse gratis angeboten. „Und wer das Seepferdchen schafft, wird besonders belohnt“, kündigt der Bäderchef an. Wie viele Schwimmkurse für Kinder angeboten werden können, hängt vom Spendenergebnis der ON-Weihnachtsaktion ab (die Verhandlungen mit Bädern im Landkreis laufen derzeit noch)„Wir sind auf jeden Fall dabei“, versichert Wolfgang Hermle.

Auch der Spaß kommt nicht zu kurz
Andrea Zahmel. Nettebad-/Stadtwerke-Osnabrück-Fotos

Quelle: ON am Sonntag vom 24.12.2017