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Subheadline: Osnabrücker Bürgerstiftung bleibt auf zig Karten sitzen – Publikum von Bühnenshow angetan
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04.12.2017

(04.12.2017) Unter dem Motto „Ein Herz für Osnabrück“ feierte die Bürgerstiftung Osnabrück am Samstag die achte Bürgergala im Theater am Domhof. Bei der Veranstaltung blieben diesmal zig Plätze leer, was der Begeisterung der Gäste über die Bühnenshow aber keinen Abbruch tat. Von Andreas Wenk

Osnabrück. „Beeindruckend“, brach es spontan aus Andreas van der Meulen heraus, als er die inklusiven Performance-Gruppen der Tanzschule Hull auf der Bühne im Osnabrücker Theater beobachtete. Er und seine Frau waren bereits zum zweiten Mal aus Münster zur Bürgergala nach Osnabrück gekommen. Und wieder zeigten sie sich begeistert vom bunten und hochwertigen Angebot. Die Botschaft des gemeinsamen Bühnenfinals „Let me entertain you“, mit Solist Oliver Meskendahl als Freddy Mercury, war im Publikum angekommen und wurde schließlich mit frenetischem Applaus beantwortet.

Der Schauspieler Meskendahl führte als Conferencier durch das Programm und moderierte dabei in wechselnden Kostümen, so vielfältig wie das Programm.

Wie Besucher van der Meulen hatten es auch Ursula Riemel vor allem die Hull-Tanzgruppen mit Rollstuhlfahrern angetan. Diese hatten bewiesen, dass auch Menschen mit Behinderungen Anmut, Rhythmus und Eleganz ausstrahlen und ins Publikum transportieren können. Kaum weniger oft, wie auch von Ulla Groskurt, als Favoriten genannt: das mehrfach preisgekrönte SCrebel Dance and Trix Ensemble vom SC Melle 03. Es überraschte das Publikum mit Ballett, modernem Tanz, atemberaubender Akrobatik und viel Humor.

Theaterintendant Ralf Waldschmidt zeigte sich nach der Gala begeistert von den Ideen, der Energie und den vielen tollen „Laien“-Künstlern, wobei er die Anführungszeichen hörbar mitsprach. „Großartig“, so auch das Urteil des langjährigen SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Schwanhold, der sich beeindruckt zeigte von der künstlerischen Qualität in seiner Heimatregion. Und einen Finger in die Wunde legte: Es sei „beschämend“ für Osnabrück, dass die Veranstaltung diesmal nicht ausverkauft war.

Bürgerstiftungsvorsitzender Klaus Lang danke den Besuchern und zeigte sich glücklich, dass gelungen sei, rund 500 der 600 Karten zu verkaufen, vor allem im Umfeld von Weihnachtsmarkt, erstem Adventswochenende und konkurrierenden Veranstaltungen. Dennoch war er sich ebenso mit Christiane Wulff als Vorsitzender des Jugendtheater-Unterstützervereins „Oskars Freunde“ und anderen einig, Osnabrück könne noch mehr tun.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die herausragenden Leistungen der Formation „Hot ’n’ Fresh“ mit „African meets hip hop“ der Tanzschule Knaul, honoriert mit aufrichtigem Applaus von Michael Hull, ebenso wie das „Drum Experience“-Ensemble der Uni Osnabrück, die mit vier Musikern an Xylofon und Percussions fantastische Klangwelten zauberten. Das Blasorchester Borgloh bildete zudem den Rahmen der übrigen Künstler, und als Profis gab das Oskar-Theater mit der „Kleinen Meerjungfrau“ eine erstklassige Visitenkarte ab, ebenso das Musiktheater Osnabrück mit dem hinreißenden Chaplin-Musical-Ausschnitt von Mark Hamman und An-Hoon Song sowie einer Arie aus „Antigua“ von Katarina Morfa und Eline Brys.

Zufriedene Gesichter auch bei der Auslosung der Tombola-Gewinne. Josef aus Hellern droht zwar nun laut Ehefrau der Verzicht auf ein Weihnachtsgeschenk, freute sich aber sichtlich über den Hauptgewinn, eine Automatik-Uhr aus dem Hause Nomos Glashütte, die er sofort anlegte. Ein strahlendes Lächeln ebenso bei Peter Veeningen. Der 78-Jährige hatte einen Yoga-Kurs gewonnen. Sichtlich glücklich auch Evelyn Krüger: Sie hatte die Nummer 239 bei Losverkäuferin und Ex-Polizeipräsidentin Heike Fischer aus dem Sektkübel gepickt. „Die hat mir Glück gebracht“, so Krüger. Mit ihrem Preis, einem Koffer, geht es im Mai nach Mallorca.

Eine Bildergalerie von der 8. Bürgergala finden Sie bei uns im Internet auf noz.de/bilder

Längst nicht ausverkauft war die 8. Bürgergala der Osnabrücker Bürgerstiftung am Samstag im Theater am Domhof. Von den 600 Tickets gingen nur rund 500 weg. Foto: Hermann Pentermann

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 04.12.2017