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Subheadline: Sportliches Toben in der Kinderbewegungsstadt Osnabrück
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25.09.2017

(25.09.2017 Der vierjährige Jasper strahlt von einem Ohr zum anderen. Gerade ist er mit seiner ein Jahr jüngeren Schwester Lilith durch den Parcours der Kinderbewegungsstadt (KiBS) getobt. Die ist am Sonntag beim Sportfest des Osnabrücker Sport-Clubs (OSC) zu Gast. Von Thomas Wübker

Osnabrück. Angeboten werden Spiele, die sich mit einfachen Mitteln zu Hause nachmachen lassen: Das Tante-Emma-Wackelspiel etwa, bei dem Kinder wie beim Eierlaufen Gegenstände auf einem Löffel balancieren, während sie über eine Luftmatratze laufen. Der Fußstapler, bei dem Becherpyramiden mit Füßen aufgestellt werden. Das Flamingo-Spiel, bei dem Kinder auf einem Bein hüpfen und sich Taschentuch-Packungen zuwerfen – und das Bowling mit Klopapierrollen, die auf mit Sand gefüllte Plastikflaschen geworfen werden. Mehr als 5000 Kinder sind am Sonntag laut Projektleiterin Anja Wege in der Kinderbewegungsstadt dabei.

Kinder auf eine niedrigschwellige Art in Bewegung zu bringen und sie an sportliche Aktivitäten heranzuführen, das sei das vorrangige Ziel der KiBS, sagt Anja Wege. Dazu gehört der „Spielzeit“ genannte Aktionstag, der am Sonntag zum sechsten Mal stattfand. Ins Leben gerufen wurde das Projekt 2012 von Prof. Martin Engelhardt vom Klinikum Osnabrück, der in seiner Berufspraxis immer wieder erlebt, welche körperlichen Schäden schon in jungen Jahren entstehen, wenn Kinder in ihrer Freizeit nur auf dem Sofa oder vor dem Computer hocken und sich zu wenig bewegen.

„Die Kinderbewegungsstadt hat mittlerweile eine Vorreiter-Rolle in Deutschland“, sagt Anja Wege. Dies sei ihr zuletzt auf einer Tagung von Sportärzten in Thüringen bestätigt worden. Unterstützt wird die KiBS unter anderem von der Bürgerstiftung. Deren Vorsitzender Klaus Lang unterstrich in seiner Ansprache, dass die KiBS auch dann viele Angebote bereitstellt, wenn gerade kein OSC-Sportfest stattfindet. Dazu zählen dann unter anderem Kletterwandspiele, Schwimmkurse und Waldentdeckerausflüge für Kindergartenkinder.

Der vierjährige Jasper ist jedenfalls mit Feuereifer dabei und ohnehin alles andere als ein Bewegungsmuffel. Sein Lieblingssport heißt im Moment: Toben. Seine Eltern haben außerdem ein Trampolin im Garten aufgestellt, auf dem er mit seiner kleinen Schwester regelmäßig herumhüpft. Jasper zählt aber auch nicht zur primären Zielgruppe der KiBS. Sie wendet sich an Familien, in denen sonst eher kein Sport getrieben wird. Bei Lilith und Jasper ist das anders: Ihnen wurde die gesundheitsfördernde Bewegung sozusagen in die Wiege gelegt. Ihre Mutter ist nämlich Physiotherapeutin.

Weitere Informationen zur Kinderbewegungsstadt sind im Internet auf kibs-os.de zu finden.

Gar nicht so einfach ist es, Becher mit den Füßen zu stapeln. Die Spiele der Kinderbewegungsstadt können problemlos zu Hause nachgemacht werden. Foto: Philipp Hülsmann

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 25.09.2017