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20.08.2010

hedi GMHütte/Osnabrück. Was macht man als Jugendlicher, wenn in der Heimat abends nichts los ist? Man organisiert ein Konzert. So geschehen in GMHütte: Die Jugendlichen Karina Wilms, Christian Kremer, Nils Licher (17), Thomas Langemeyer (17) und Steffen Börger (18) stellten im Vorjahr die Benefizveranstaltung „Summer Nation“ auf die Beine. „Wir wollten Leben in die Stadt bringen und spenden“, sagen Karina und Christian heute.

Engagement lohnt sich: Christian Kremer (17) und Karina Wilms (14), zwei der "Summer Nation"-Macher, mit dem Plakat des ersten Rockfestivals vor dem Michaelistreff in GMHütte. Für die Benfizveranstaltung sind sie 2009 bei "KidCourage" mit dem dritten Preis ausgezeichnet worden. Am Samstag steigt das zweite Konzert, das wieder einem guten Zweck dient und sich zum Beispiel auch gegen Rassismus wendet.


Dafür wurde das Quintett beim Projekt „KidCou rage 2009“ mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Am morgigen Samstag veranstalten die Freunde das zweite Rockfestival.
„Wir wussten nicht, dass wir für den Wettbewerb vorgeschlagen worden waren“, berichten Karina (14) und Christian (17). Ihr Mentor Rainer Behrens, Leiter der offenen Jugendarbeit in GMHütte, hatte sie bei der Aktion „KidCourage“ der Bürgerstiftung Osnabrück angemeldet. Bei der Preisverleihung in den Räumen des Osnabrücker Vereins OSC waren die Freunde mächtig aufgeregt. Karina: „Wir kannten niemanden und haben uns auch keine Hoffnungen gemacht, irgendetwas zu gewinnen.“ Dann landeten sie auf Platz drei, der Jubel war groß. „Wir waren stolz und haben gemerkt, dass wir etwas erreichen können“, erinnert sich die junge Chefin, die die „Summer Nation“-Organisationsgruppe vor zwei Jahren an der Realschule GMHütte zusammengetrommelt hatte. Christians Ansporn: „Die Leute sollen sehen: Da sind Jugendliche, die wollen etwas für die Gesellschaft tun und nicht nur vorm Computer hängen.“ Ihre Bilanz: „Ein solches Ereignis veranstaltet zu haben macht Mut. Man lernt viel und wird verantwortungsbewusster.“ Und man könne in den Bewerbungsunterlagen etwas vorweisen, ergänzt Schülerin Karina. Nach dem Premieren-Erfolg wuchs die Überzeugung, auch ein zweites Festival zu veranstalten. Schließlich sei „KidCourage“ ein Türöffner. Ein Jahr lang haben die Freunde das zweite Festival vorbereitet. Und die Rechnung ging auf: Das Rekrutieren der Bands fiel ihnen leichter, weil „Summer Nation“ inzwischen bekannt war und einige Musiker ihre zweite Teilnahme selbst anregten. Und weil die Organisatoren aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt hatten: So verzichteten sie diesmal darauf, die Topstars der Branche einzuladen „Wir waren 2009 ziemlich naiv, haben die Großen einfach angemailt und auf Antwort gewartet“, schildert Christian die erste Kontaktaufnahme, die oft unerwidert blieb. Doch „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, das Motto haben die Jugendlichen verinnerlicht. Das zweite Spektakel am Samstag gibt ihnen recht.
Bei „KidCourage 2010“ können Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr vorgeschlagen werden, die durch ein außergewöhnliches soziales Engagement, das auf Eigeninitiative beruht und ehrenamtlich ist, während des letzten Jahres positiv aufgefallen sind. Einzelpersonen und auch Gruppen sind willkommen. Vorschläge sind schriftlich einzureichen bis spätestens 20. September bei der Bürgerstiftung Osnabrück, Bierstraße 28/Rathaus, 49074 Osnabrück, Fax 05 41/323-15 10 00 oder buergerstiftung@osnabrueck.de.
Das Rockfestival ,,Summer Nation“ findet am Samstag in der Alten Wanne, Hochstraße 2, statt (Karten an der Abendkasse: 5 Euro, Einlass: 19 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr). Bands wie „Lo Parker“, „Third Cucumber“ oder „Nevermind“ haben ihr Kommen zugesagt. Zudem legen namhafte DJs auf. Wie 2009 geht der Gewinn des Konzerts an den Freibettenfonds des Franziskus-Hospitals Harderberg. Mehr Infos: www.summernation.de ».

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 20. August 2010