Archiv

Subheadline: Bürgerstiftung unterstützt VPAK-Kurs für Zuwanderer – Kursgebühren übernommen
Startseite: 
16.12.2012

Osnabrück (nak) – „Wir haben vor etwa 10 Jahren diesen Kurs ins Leben gerufen, damit auch Frauen, die schon länger hier leben, Deutsch für ihren Alltag lernen können“, erklärt Karin Mackevics, Geschäftsführerin des VPAK (Verein zur pädagogischen Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien).

Deshalb ist der Kurs besonders praxisorientiert. Grammatik und Vokabular werden zweimal wöchentlich mit Themen und Inhalten vermittelt, die die Frauen in ihrem Alltag benötigen. Dabei wird besonders viel Wert auf regelmäßiges Sprechen gelegt: „Ich finde das besser als in anderen Kursen, auch wenn es am Anfang schwer ist", sagt die aus Sri Lanka stammende Piratzusha Piragash, die auch schon andere Kurse besucht hat.

Die junge Mutter, die ihren jüngsten Sohn vor dem Kursbesuch bei der Kinderbetreuung im benachbarten Familientreff abgegeben hat, ist ein gutes Beispiel für das Ziel des Kurses: „Wir möchten, dass die Frauen Deutsch lernen, damit sie ihre Kinder besser durch den Alltag und auf ihrem Bildungsweg begleiten können. Diese Aufgaben werden in den Familien zumeist von den Frauen übernommen", erklärt Kursleiterin Sylvia Lüdtke.

Piratzusha Piragash berichtet, dass sie sich inzwischen im Kindergarten ihres Sohnes deutlich besser mit den Erzieherinnen verständigen könne. Das tut ihrem Selbstbewusstsein gut und dem ihres Kindes. Auch bei Arztbesuchen oder Behördengängen fühlen die 10 Teilnehmerinnen des Kurses sicherer. Einige wechseln nach einiger Zeit in Kurse, bei denen sie Zertifikate erwerben können, die sie für ihren beruflichen Werdegang benötigen, andere bleiben länger in der Gruppe des VPAK, weil sie gerne in der vertrauten Atmosphäre unter Frauen lernen. Dabei unterstützen sich die Teilnehmerinnen gegenseitig.

„Ich erlebe hier eine große Solidarität und viel soziale Kompetenz. Immer wieder stellen wir beim Vergleichen unserer Herkunftsländer nicht nur viele Unterschiede, sondern noch viel mehr Verbindendes fest", so Lüdtke. Die Kursleiterin freute sich über das Engagement der Bürgerstiftung, die in diesem Jahr in der Nachfolge des OS-Initiativkreises das Kursangebot mit 6 000 Euro unterstützt. Die Ev. Familienbildung übernimmt seit Jahren ebenfalls einen Teil der Finanzierung.

„Die meisten unserer Teilnehmerinnen könnten keine hohen Kursgebühren zahlen und wir möchten das Angebot möglichst niedrigschwellig halten. Deshalb sind wir für dieses Projekt auf Spenden angewiesen", so Karin Mackevics. Sie freute sich über die Zusage des ehrenamtlichen Geschäftsführers der Bürgerstiftung, Ewald Gerding, sowie der stellvertretenden Vorsitzenden, Ulrike Burghardt, die Zuschüsse für das nächste Jahr wohlwollend prüfen zu wollen.

Praxisbezogener Deutschunterricht in guter Atmosphäre (v. l.): Piratzusha Piragash, Sylvia Lüdtke, Kawrab Khamis und Marjana Keça. Nakamura-Foto

Quelle: ON am Sonntag vom 16.12.2012